Marzocchi Transfer im Test

 Schon auf der Eurobike 2016 präsentierte der italienische Hersteller Marzocchi seine „Transfer“ Sattelstütze und bei vielen Mountainbikern stellte sich die Frage, welchen Part Marzocchi im Produktportfolio von FOX einnehmen würde.

Wer jetzt den großen WOW-Effekt erwartet könnte enttäuscht werden. Die Marzocchi Transfer ist, wie schon der Name verrät, eine Adaption der FOX Transfer. Nach dem Kauf der italienischen Traditionsmarke im Jahr 2015 durch die Fahrwerksspezialisten von FOX hatten viele Fans der Traditionsmarke Angst, was mit Marzocchi passieren würde. Um so schöner ist es zu sehen, dass FOX die Marke nicht eingestampft hat, sondern Ihr frisches neues Leben eingehaucht hat.

Eben so auch mit der Transfer Sattelstütze. Sowohl das Innenleben, als auch 99,999% des Produktdesigns sind identisch mit der FOX Transfer Performance. Ein guter Anfang, wenn man bedenkt wieviele Fahrer von der Transfer schon begeistert sind.

Technische Daten

  • Durchmesser: 30,9mm / 31,6mm
  • Bauweise: Intern / Extern
  • Hub: 125mm / 150mm
  • Remote: 1x unterhalb des Lenkers, 2/3fach oberhalb des Lenkers
  • Preis: 379€

Erster Eindruck der Marzocchi Transfer

Die Marzocchi Transfer kommt in den gängigsten Sattelstützen Maßen. Sie ist sowohl mit 30.9mm Durchmesser als auch mit 31.8mm Durchmesser zu bekommen und bietet mit 125mm und 150mm Hub eigentlich alles was das Herz des Bikers höher schlagen lässt. Neben einer „internal“ Version für innenliegende Züge (unser Testmuster), gibt es auch eine Version der Marzocchi Transfer die sich an Fahrer mit Bikes ohne interne Zugführung wendet.

Wie schon von der FOX Transfer bekannt, gibt es auch bei der Marzocchi zwei verschiedene Remotes mit denen man 1-fach Fahrer die Remote links unter dem Lenker montieren kann oder als 2/3-Fach Fahrer die Remote bequem oberhalb des Lenkers montieren kann. Einziger Wermutstropfen bisher: Es gibt keine Möglichkeit den Remote Hebel mit dem Bremshebel zu kombinieren.

Preislich liegt die Marzocchi Transfer bei etwa 230€ (Straßenpreis) inklusive Trigger. Im Lieferumfang sind zudem alle Züge und Aussenhüllen beigelegt, so dass es sofort ans Schrauben gehen kann.

Einbau

Mittlerweile hat jeder Hersteller seinen eigenen Weg gefunden die Sattelstütze anzusteuern. Während Rock Shox voll auf Hydraulik setzt, versuchen RaceFace, Crankbrothers, BikeYoke und auch Fox/Marzocchi die Sattelstütze mittels Mechanik anzusteuern. Aber auch hier unterschiedet sich die Ansteuerung.

Die Marzocchi Transfer bedient sich dabei der bisher einfachsten Montage, die wir bisher im Test hatten. Statt kompliziertem einfädeln und es direkt unter der Sattelstütze mit Madenschrauben zu fixieren geht es bei der Transfer deutlich leichter von der Hand.

Die Ingenieure der Transfer legten viel Wert auf ein wartungsarmes Produkt. Die mechanische Ansteuerung durch einen Schaltzug war daher der einfachste und auch sicherste Weg zu gewährleisten, dass die Sattelstütze auch unter widrigsten Bedingungen funktioniert.

 

Der Einbau der Marzocchi Transfer gestaltet sich, im Vergleich mit allen anderen Mitbewerbern am einfachsten und ist selbst für den Hobbyschrauber ohne Probleme zu bewerkstelligen. Fox hat hierzu ein ein hilfreiches Video.

Trailcheck: Marzocchi Transfer

Klong! Keine Sattelstütze auf dem Markt gibt so eine akkurates und definiertes akustisches Feedback, dass sie komplett ausgefahren ist wie die Transfer.

Neben dem charakteristischen Ausfahrgeräusch tut die Marzocchi Transfer genau das auf dem Trail was sie soll: sie funktioniert! Anders als andere Variostützen hatten wir während des gesamten Testzeitraums  von drei Monaten keinen einzigen Moment, indem die Sattelstütze nicht ihren gewollten Dienst antrat.

Während andere Variostützen mit äußerlichen Widrigkeiten wie zum Beispiel Temperaturunterschied oder Dreck zu kämpfen hatten ist die Marzocchi Transfer ein Garant vollsten Vertrauens. Auf dem Trail ist die Sattelstütze angenehmen unauffällig. Es gibt kein merkbares Seitenspiel, so dass man beim Fahren eine angenehme und komfortable Position auf dem Sattel hat.

Durch die stufenlose Verstellbarerkeit kann sich die Sattelstütze in Windeseile an jedes Terrain anpassen. Und genau da wollten wir die Marzocchi Transfer auch haben und ohne großartig Zeit in Service zu investieren funktioniert die Transfer auch nach drei ruppigen Herbstmonaten immer noch wie am ersten Tag.

Beeindrucken konnte Sie auf Trails bei denen es nicht nur bergab geht sondern auch auf Trails die kleine Zwischenanschläge haben. Das definierte Ausfahren der Sattelstütze gibt dem Fahrer direkt ein hörbares Feedback, dass die Sattelstütze ihren höchsten Punkt erreicht hat.

Über die Remote ist es zudem möglich die Geschwindigkeit des Auffahrens zu dosieren. Während Variostütze von Speciaized oder Race Face  nur eine On/Off Funktion kennen, kann man die Marzocchi Transfer dosiert ausfahren lassen. Unliebsame Bekanntschaften der Intimregion mit dem Sattel sind also Schnee von gestern.

Einen einzigen Minuspunkt gibt es dann letzten Endes doch. Die Fox/Marzocchi Remote gibt es nicht in einer SRAM Matchmaker oder Shimano Ispec kompatiblen Klemmung.

Fazit Marzocchi Transfer

Eigentlich hätte man den ganzen Test der Marzocchi Transfer relativ kurz halten können. Mit drei Worten hätte man alles abhandeln können: Hochwertig, einfach, performant, günstig.

Stattdessen haben wir uns den FOX Klon etwas genauer angeschaut. Nachteile gab es bis auf den Trigger absolut nicht. Egal ob verdreckt oder trocken. Nach mehreren Monaten ist die Transfer noch genau so potent wie am Tag des Einbaus.

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