Mit dem Baron führt der Korbacher Reifenspezialist Continental die Tradition, Pneus aus dem Rennsport für die breite Käuferschaft zugänglich zu machen, fort. Der Continental Baron 2.4 Projekt soll die Lücke zwischen Kaiser und Trailking schließen und hauptsächlich für den Enduro Sektor eingesetzt werden.

Grobstollig präsentiert sich der Baron und zeigt sich nicht weniger aggressiv als Contis bisheriges Aushängeschild im Gravitybereich; dem Kaiser 2.4 Projekt. Conti kam den Wünschen der Kunden nach einem, speziell auf den Enduro Bereich ausgelegten, Reifen nach und präsentierte den Baron!

Erstkontakt zum Continental Baron 2.4 Projekt

Conti hat beim Baron 2.4 Projekt darauf verzichtet, zwei gesonderte Reifen zu planen. Anders als Schwalbe (z.B. Fat Albert) oder Maxxis (Minion DHF DHR) gibt es den Baron nicht in unterschiedlichen Stollenoptionen für Vorder- und Hinterrad. Stattdessen hat man bei Conti in Korbach an einem Stollendesign getüftelt, dass sowohl viel Traktion bieten soll, aber auch angenehmen Rollwiderstand gewährleisten soll. Eine Kombination, an der sich schon viele Hersteller die Zähne (oder besser gesagt Stollen) gebrochen haben.

Technisch ist der neue Continental Baron 2.4 Projekt voll auf der Höhe und ist mit allem an Pneu-Wissen ausgestattet was das Conti-Playbook hergibt. Angefangen mit der hauseigenen Black Chili Compound Mischung, über die engmaschig gelegte Protection Apex Seitenwand mit 120 Threads per Inch (TPI) bis hin zum neuartigen Stollendesign bietet der Continental Baron 2.4 Projekt all das, was man sich unter einem Allroundreifen mit Racing Genen vorstellt.

Das offene Profil soll hervorragende Selbstreinigungseingeschaften aufweisen und durch die enger stehenden Seitenstollen sollen auch im Grenzbereich schön viel Grip bieten. Zudem soll der Black Chili Compound mit weniger Verschließ punkten.

In Puncto Gewicht muss man allerdings Abstriche machen. Mit 960g liegt der Baron über den meisten Reifen, bietet dafür allerdings mehr Grip und Sicherheit als andere Mitstreiter.

Montage

Conti fertigt seine Reifen strikt nach ETRTO Norm. Allerdings arbeiten nicht alle Felgenhersteller so strikt nach dieser Form. Schon bei geringsten Abweichungen kann es entweder extrem schwer, oder auch extrem leicht sein den Reifen zu montieren.

In unserem Falle war der Aufbau mit den Syntace W35 MX Felgen überhaupt kein Problem. Größere Problem gab es Hingegen bei der Montage als Tubelessvariante. Um’s Verrecken wollte sich der Reifen auf Druck nicht in das Felgenhorn drücken und verlor immer wieder Luft. Nach zwei gescheiterten Versuchen wurde der Reifen komplett mit Spüli gereinigt. Besonders die Reifenwulst musste von überschüssiger Dichtmilch befreit werden. Danach war es kein Problem mehr. Und auch nach vier Wochen gab es keinen messbaren Druckverlust. Seitdem verrichtet der Baron brav seine Arbeit.

Auf dem Trail mit dem Conti Baron Projekt 2.4

Conti bezeichnet den Baron selbst als „Herrscher im Enduro“. Ohne viel vorweg nehmen zu wollen: So falsch liegen die Korbacher nicht! Auch wenn es auf den ersten Blick zu scheinen mag, dass es arg nach Selbstbeweihräuchung klingt, so überraschter waren wir nach den ersten Trailkilometern.

Wohlgemerkt positiv überrascht. So ging es mit dem Baron auf ausgedehnte Touren im Ruhrtal, dem Sauerland und Besuche in Willingen und Winterberg. Eine bunte Mischung, von allem etwas. Denn wer als Allround Reifen glänzen möchte, muss sowohl die planierten Bikepark Strecken als auch natürliche Trails beherrschen. Er muss auf knochentrockenem Boden genauso viel Traktion generieren wie auf nassem Laub und matschigen Trails.

Und Continental hat nicht zu viel versprochen. Egal matschiger Trail mit vielen Querwurzeln oder planierte Bikeparkstrecke in Winterberg – der Baron frisst sich förmlich bei jedem Bremsvorgang und bei jedem Anlieger in den Boden und sorgt für ein Grinsen im Gesicht.

Zwar ist die Kombination aus Baron/Baron für trockene Strecken nicht zwingend nötig aber Aufgrund der guten Rolleigenschaften des Baron’s stellt es den Fahrer auch keinen unnötigen Kraftakt da. Im Vergleich mit ähnlichen Reifen bietet der Baron jedoch einen deutlich besseren Rollwiderstand als beispielsweise der Magic Mary Trailstar oder der Maxxis Minion DHR. Für all die jenigen, die weniger Wald-Transferettapen haben, sondern mehr über die geteerten und befestigten Wege müssen, bietet sich jedoch an den Baron in Kombination mit dem Trailking zu fahren.

Durch die eng anliegenden Seitenstollen ist der Continental Baron 2.4 Projekt unglaublich spurtreu und lässt sich durch fast gar nichts aus der Bahn bringen. Im Grenzbereich ist es unglaublich schwer Ihn aus der Fasson zu bekommen, so dass er in den Drift kommt, was mit dem Trailking am Heck eindeutig leichter von der Hand geht.

Fazit zum Continental Baron 2.4 Projekt

Grundsätzlich war ich zunächst skeptisch was die kombination aus zwei identischen Reifen betrifft. Bisher war ich es immer gewohnt, zwei verschiedene Stollendesigns zu fahren. Mit dem Continental Baron 2.4 Projekt wurde ich zwar nur indirekt eines besseren Belehrt, dennoch wurde gezeigt, dass es durchaus Sinn und vorallem Spass macht.

Im Heck greift der Baron bestialisch. Auf nassem und rutschigem Grund beissen sich die Stollen bei jedem Bremsmanöver saftig in den losen Untergrund und verzögern den Fahrer optimal. Aber auch die Traktion bei Schnee, Matsch und Laub kann dem „Herrscher im Enduro“ nichts anhaben.

Einziger Wehrmutstropfen ist das Gewicht. Bei der Kombination aus Baron und Baron bei 27,5 Zoll laufrädern sind dies mal eben 1920g. Aber der Baron gehört eben auch zu einem Fahrer ohne Lycra Shorts. Wen scheert da schon das gewicht?

Wer brauchts?

Der Continental Baron 2.4 Projekt richtet sich an alle die es gerne etwas härter mögen. An alle, die viel Zeit auf dem Weg bergab verbringen und für die Grip und Pannenschutz wichtiger ist, als Gewicht.

 

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