Der Sweet Protection Bushwhacker 2Vi ist das neue Flaggschiff der Enduro und Trail Halbschalenhelme von Sweet Protection. Das „2Vi“ im Namen ist keine künstliche römische Zahl, sondern bezeichnet, dass der neue Bushwhacker die 2Vi-Helmplattform von Sweet Protection verwendet.
Der Bushwhacker ist für den Enduro- und Trailsport gedacht und ist auch für den Einsatz auf dem E-Bike zertifiziert. Ich bin in diesem Frühjahr die meiste Zeit mit dem Bushwhacker 2Vi gefahren, und er hat sich schnell zu einem Favoriten entwickelt, vor allem dank seines intelligenten Designs und der absolut hervorragenden Mips-Air-Innenschale.
Inhalt
Spezifikationen
- Farben: 6
- Größen: S/M, M/L, L/XL
- Gewicht: 430g
- Zertifikate
- MIPS Air Node
- UKCA
- NTA-8776
- EN1078:2012 + A1:2012
- CPSC 1203
- Preis: 249€
- Mehr Infos zum Bushwhacker
Erster Eindruck
Der erste Eindruck ist bekanntlich der wichtigste. Und schon beim Unboxing des Bushwhacker 2Vi® fühlt man förmlich die Wertigkeit. Top verarbeitet so dass sogar Branchenprimus POC sich warm anziehen dürfte.
Die SWEET Protection 2Vi®-Technologieplattform ist das Herzstück dieses Helms und setzt auf einen vielschichtigen Ansatz, um den Aufprallschutz zu maximieren. Die Integration von MIPS Air reduziert Rotationskräfte, die oft die Hauptursache für Gehirnerschütterungen sind. Diese fortschrittliche Technologie schafft ein neues Sicherheitsniveau, das auf eine komplexe, stoßabsorbierende EPS-Struktur mit vier Aufprallschutzschilden setzt – jeweils platziert in einer Ecke des Helms. Diese Konstruktion, kombiniert mit einer erweiterten Abdeckung und einer Schale mit variabler Elastizität, gewährleistet eine verbesserte Schutzwirkung bei sowohl niedrigen als auch hohen Aufprallgeschwindigkeiten, ohne dabei Abstriche bei Gewicht oder Volumen zu machen.
Doch der Bushwhacker 2Vi ist nicht nur das Ergebnis fortschrittlicher Technologie. Er wurde von leidenschaftlichen Fahrern für Fahrer entwickelt. Komfort, Design und erhöhter Schutz standen im Mittelpunkt des gesamten Innovationsprozesses. Dieser Helm ist für diejenigen gedacht, die verstehen, dass die besten Tage auf dem Bike in der Wüste, den Wäldern oder hoch oben auf den Berggipfeln verbracht werden. Er ist für jene, die die Leidenschaft fürs Biken teilen und die sich darüber im Klaren sind, dass Fahrräder das Leben einfach besser machen. Der Bushwhacker 2Vi® MIPS Helm ist nicht nur ein Schutzschild, sondern auch dein treuer Begleiter auf abenteuerlichen Streck
Kleiner Exkurs zu MIPS Air
Das Mips Air-System ist ein Meisterwerk des leichten Schutzes gegen Rotationsbewegungen, entwickelt, um die bei einem Aufprall auf den Kopf übertragenen Rotationsenergien zu reduzieren.
Die Mips-Air-Technologie, in die Helmpolster integriert, erlaubt eine Bewegung von 10–15 mm zwischen der energieabsorbierenden Schale und dem Polster. Diese Bewegung wird durch eine Polycarbonat-Verstärkung unterstützt, die mit einer reibungsarmen Behandlung und einer eigens entwickelten Fixierung ausgestattet ist, um Bewegungen in alle Richtungen zu ermöglichen.
Dank seiner Integration in das Polster fügt sich das System nahtlos in jeden individuellen Helm und passt sich problemlos an verschiedene Größen an. Ein fast unsichtbarer Zusatz, der nur ein minimales Mehrgewicht mit sich bringt – eine bemerkenswerte Errungenschaft in Sachen Sicherheit und Komfort für jeden ambitionierten Biker.
MIPS ist seit Jahren der Goldstandard für alle MTB Helme und umfasst viele verschiedene Systeme. Während man vor Jahren, beim Bell Super r2 (Zum Test), noch darauf setzte eine dünne Plastikhaut in die Innenseite des Helmes zu ziehen, um so den Rotationskräften bei einem Sturz entgegenzuwirken so hat man im Jahr 2023 nur noch die grobe Funktionsweise übernommen. Oftmals waren die Fahrer, mich eingeschlossen, davon genervt. Mips knackt und knarzt wie ein Dielen-Boden im Altbau – aber für die Sicherheit hat man das gerne in Kauf genommen.
Damit ist jetzt jedoch Schluss. MIPS Air ist hier die Lösung. Hier gibt es keine lauten oder knackenden Plastikschichten. Stattdessen wird der Liner mit kleinen elastischen Bändern am Innenschaum gehalten, die es ihm ermöglichen, ohne Geräusche auf dem Kopf zu schweben und sich zu drehen.
Fitting
Sweet Protection bringt den Bushwhacker 2vi in insgesamt 3 Größen auf den Markt. Von S/M über M/L bis hin zu L/XL ist für alle normalgroßen Köpfe etwas dabei. In unserem Test findet sich der Bushwhacker in M/L. Auch wenn ich Anfangs etwas skeptisch war, passt er wie angegossen bei meiner länglich-ovalen Kopfform.
Wer noch etwas Feintuning betreiben möchte, der greift um Verstellrädchen im Nacken. Während andere Helme dort unkontrolliert alles zusammenziehen funktioniert das System von Sweet Protection zwar genau gleich, jedoch mit dem entscheidenden Unterschied, dass der Tragekomfort nicht darunter leidet. Und sogar mit Handschuhen lässt sich das Rädchen leicht und genau bedienen.
Damit der Helm auch am Doppelkinn gut sitzt hat Sweet Protection dem Bushwhacker ein Fidlock Schnallensystem spendiert. Das kennen wir schon von vielen Helmen und Taschen. Das hannoveraner Startup hat sich auch international etablieren können und ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken.
In Puncto Belüftung vertraut man auf das Hauseigene STACC-Belüftungs System, welches besonders die Schläfen kühlen soll. Ansonsten macht der Bushwhacker erst einmal einen recht warmen Eindruck.
Unter dem verstellbaren Visier lässt sich einfach eine Brille verstauen. Allerdings ist der Verstellmechanismus an den Seiten mit zwei Torx Schrauben gesichert. Hat den Vorteil, dass das Visier immer am, rechten Fleck sitzt, hat aber eben auch zum nachteil, dass das Visier immer an dem selben rechten Fleck sitzt.
Auf dem Trail mit dem Sweet Protection Bushwhacker
Ohne einen Einschlag wird es meistens etwas kompliziert über die Sicherheitswirkung von zu Helmen Berichten. Daher liegt der Fokus diesmal eher auf Komfort beim Fahren – was ja auch ein wesentlicher Aspekt ist.
Der Sweet Protection Bushwhacker 2Vi Mips fällt direkt durch seine Größe auf. Für einen Halbschalenhelm ist er vergleichsweise voluminös, was ihn gerade im direkten Vergleich mit anderen Modellen auf dem Markt hervorhebt. Auf meinem durchschnittlich großen Kopf passte er gut, aber ich bemerkte, dass er tiefer saß und ein wenig mehr Masse mitbrachte als andere Helme, die ich zuletzt getestet habe. Diese etwas niedrigere Passform kann je nach Vorliebe und Fahrstil entweder ein Vorteil oder ein Hindernis sein. Mit den Vollrahmen-KOO-Sonnenbrillen, die ich während des Tests trug, gab es jedoch einen leichten Konflikt zwischen Helm und Brille. Sweet Protection gibt zwar an, dass der Helm optimal mit ihrer eigenen Brillenlinie harmoniert, aber mit anderen Marken könnte es etwas enger werden.
Durch eine leichte Anpassung des Sitzsystems gelang es mir, die Stirnpartie des Helms etwas höher zu bringen, doch blieb er insgesamt tiefer als mein persönlicher Geschmack es bevorzugt hätte. Das ist jedoch eine Frage der Präferenz: Manche Fahrer werden es schätzen, dass der Helm die nötigen Bereiche des Kopfes zuverlässig abdeckt und dabei ein Gefühl von umfassendem Schutz vermittelt. Die Fidlock-Riemen machten das Einstellen und Anpassen denkbar einfach. Der Helm fühlte sich an keiner Stelle unangenehm oder ungleichmäßig an und hinterließ ein durchgehend komfortables Tragegefühl.
Ein Teil dieses Komforts ist sicherlich dem Mips-Air-System zu verdanken. Diese Technologie unterscheidet sich von den typischen gelben Plastiklinern, da sie an den Kontaktstellen mit dem Kopf mehr Stoff- oder weiches Material verwendet. Außerdem ist das Mips-System direkt mit den Belüftungskanälen des Helms integriert, anstatt den gesamten Innenraum abzudecken. Das Ergebnis ist ein spürbar angenehmeres Tragegefühl. Es ist beeindruckend, wie komfortabel Mips-Helme inzwischen geworden sind, und der Bushwhacker 2Vi ist hier keine Ausnahme.
Die Belüftung des Bushwhacker ist solide, aber nicht überragend. Bei gemächlichem Tempo spürte ich, wie Luft unter der Stirnpartie und entlang des Kopfes zirkulierte. Der Luftstrom war durchaus zufriedenstellend, besonders wenn man bedenkt, dass der Helm für einen Halbschalenhelm eher schwer und massiv ausfällt. Dennoch ist er nicht der luftigste Helm, den ich bisher getragen habe. Bereits bei der ersten Version des Bushwhacker vor sechs Jahren wurde die Belüftung als nicht außergewöhnlich, aber funktional beschrieben. Bei den kühleren Frühlingstemperaturen, bei denen ich den Helm getestet habe, war dies kein Problem. Im Sommer würde ich den Helm jedoch eher für alpine Touren oder Tage mit milderem Wetter reservieren.
Fazit zum Sweet Protection Bushwhacker
Optisch hat Sweet Protection mit dem Bushwhacker 2Vi Mips alles richtig gemacht. Der moderne Look und die ansprechenden Farbvarianten lassen ihn auf der Strecke ebenso gut aussehen wie abseits davon. Ein praktisches Detail sind die gummierten Kontaktflächen an den vorderen Belüftungsöffnungen, die sicherstellen, dass Sonnenbrillen zuverlässig an ihrem Platz bleiben. Der magnetische Fidlock-Verschluss ist ebenfalls ein schönes Feature, das das An- und Ausziehen des Helms besonders einfach macht.
Pro’s & Con’s
Pro
- MIPS Air
- Exzellente Passform
- Gut einstellbares visier (auch mit gopro)
Contra
- Recht hohe UVP, wenig bis gar keine Händlerrabatte
- Warm
Text & Bilder: Sven Schebaum
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Transparenzhinweis: Im Zuge des Tests wurde uns vom Hersteller ein Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr dazu.











