Vor knapp zwei Jahren präsentierte Michelin die neue Cross Country Reifenserie XC und XC2 die zusammen mit dem KMC-Orbea Team entwickelt worden sind. Mit dabei auch der Michelin JET XC2 – Ein XC Reifen der förmlich danach lechzt schnell gefahren zu werden. Wir haben uns die XC Rennrakete einmal im Detail angeschaut und ein paar Trailkilometer über die Stollen getrieben.
Für Biker, die auf der Suche nach ultimativer Leistung sind, sei es für den Rennsport oder den anspruchsvollen Freizeitgebrauch, ist die neue Michelin Racing Line erste Wahl. Alle Reifen aus dieser Serie haben dieselbe Laufflächengummimischung und dasselbe Karkassendesign für eine optimale Kombination aus Grip, Pannenschutz, Lebensdauer, geringem Rollwiderstand und Gewicht. Möglich macht dies die Integration zweier Michelin Technologien:
Inhalt
Spezifikationen
- Farben: Racingline (Gelb)
- Größen: 29×2.25, 29×2.35
- Druck min/max (PSI): 26/58
- Einsatzgebiet: Cross Country
- Terrain: Hardpack
- Gewicht: 710g (2.25) 760g (2.35)
- Technologien:
- GUM-X Technology
Erster Eindruck
Seit knapp zwei Jahren ist auch Michelin in der Cross Country Welt angekommen und sammelt mit dem Lapierre Mavic Factory Team fleißig Worldcuppunkte. Dabei hat Michelin seine Cross Country Palette grundlegend erneuert und bietet insgesamt drei verscheidenen Profiltypen an die man wild miteinander Kombinieren kann.
Beim Michelin Jet XC2 kommt die Cross Shild 2 Technologie zu tragen. Die Karkasse besteht auf der Oberseite aus einer Fadendichte von doppellagigen 150TPI und an der Reifenwulst aus 4fach gelagerten 150TPI für noch besseren Schutz vor Snakebites. Sie umfasst die Bi-Karkassen-Technologie für optimierte Robustheit und reduziertes Gewicht, geringeren Rollwiderstand, besseres Handling bei niedrigerem Reifenluftdruck und geringeren Flex-Effekt für schnelle XC-Fahrer.
Der Jet XC2 ist ausgelegt um schnell zu sein dafür sorgt sein Semi Slick Profilmuster in Kombination mit der Gum-X Mischung bietet der Michelin Jet XC2 eine optimale Balance aus Grip und Rollwiderstand, eine erstklassige Gummimischung für eine längere Lebensdauer des Reifens und ein hohes Maß an Nasshaftung für den XC-Einsatz.
Im Produktportfolio der Franzosen ist der Michelin JET XC der wohl schnellste Reifen. Ausschlaggebend dafür ist das flache Profil und die anders angeordneten Stollen. Boomerang förmige Stücke und eine diagonale Linie von rhombusförmigen Schulterstollen sind ein erfrischend anderes Design wie man es von anderen Radreifenherstellern kennt.
Der komplette Reifen nutzt die gleiche Gum-X Mischung. und durch die niedrigprofil Schulterstollen macht der Reifen vor allem im Heck Sinn. Wer sich also mit der Front gerne in die Kurven legt und auf das Reifenprofil vertraut, sollte hier zum Force oder Wild XC greifen.
Den Michelin Jet XC2 gibt es in zwei verschiedenen Breiten. In 2.25 Zoll und 2.35 Zoll könnt ihr den, vornehmlich als Hinterreifen benutzbaren, Michelin Jet XC2 bekommen. Allerdings bietet Michelin den Reifen nur in 29 Zoll an.
Montage und Aufbau
Anders als man es von Michelin kennt hakte das Aufziehen etwas. Danach geht es wie bekannt easy mit der Standpumpe weiter. Der Michelin springt auch ohne Kompressor direkt ins Felgenhorn. Das Setup bestand aus den Crankbrothers Synthesis XCT mit einer Maulweite von xx mm in der Front und xx mm im Heck. Den Reifen sind wir mit 2.2 Bar gefahren. Wenn eine Tour mit mehr Asphalt anstand kann man auch locker auf 2.5 bar hochgehen.
Auf dem Trail mit den Michelin Jet XC2
Sommer, Sonne, Semislicks! Tatsächlich freut man sich im Frühling schon auf die Sommerreifen Saison – und ich rede nicht vom Auto. Endlich wieder die schnell laufenden Hardpack Reifen. Diesen Frühling ging es allerdings mit den Michelin JET XC2 auf die Trails, denn die Begeisterung über den Wild Enduro übertrug sich auch aufs XC Bike.
Und voreilig hatte ich mich bei den ersten sommerlichen Temperaturen schon auf den kommenden Frühling gefreut und, wie es sich für einen guten Alman gehört, die Reifen gewechselt. Zu früh gefreut: Der Frühling sollte eher durchwachsen werden und somit die Michelin JET XC2 auf die Performance Probe stellen.
Viel Matsch, weiche Böden und nasse Wurzeln sind wohl DAS Erkennungsmerkmal des Frühjahrs. Umso überraschter war ich dann letzten Endes, was die Grip des Jet XC2 betrifft. Getreu dem Motto „trocken kann jeder“ sah es auf den heimischen Trails eher schlecht als recht aus. Trotz der geringen Profiltiefe hatte ich nie das Gefühl, dass mir das Heck bergab ausbricht oder mich verlassen würde. Unkontrolliertes Ausbrechen fand tatsächlich nur losem Untergrund statt und wenn man es provozierte indem man die Bremse kommen ließ.
Stattdessen bekommt man vom Reifen ein gutes Feedback, egal auf welchem Grund man sich befindet.
Es ist erstaunlich wie schnell man Vertrauen einen Reifen aufbauen kann – und das nicht einmal unbegründet, denn der JET XC2 macht richtig Lust auf schnelles Fahren.
Fazit zum Michelin Jet XC2
Eigentlich geht man mit XC Reifen weniger hart ins Gericht. Aber moderne Cross Country Rennkurse sind eben keine Wald- und Wiesenwege mehr und ein olympischer XC Kurs ähnelt viel mehr dem, was hier im Mittelgebirge eine moderater Enduro Trail ist.
Niemand würde von einem Cross Country Reifen erwarten, dass man mit Mach4 durch einen Steinfeld schießt, ohne Konsequenzen zu befürchten. Allerdings kommt der Michelin Reifen dem Ganzen sehr nah. Im Trockenen ist er auch bergab eine Ansage. Driften mit kontrolliertem Gripverlust macht richtig Spaß, während man auf gut der hervorragenden Rolleigenschaften bergauf weniger zu kämpfen hat und sich vielleicht auf den ein oder anderen Sprint einlassen könnte.
Preislich liegen die Michelin JET XC2 mit einem Straßenpreis von 40-50€ in der regulären Preisspanne für XC Reifen.
Pro’s & Con’s
Pro
- Unglaublicher Grip bei trockenem Wetter
- Geringer Rollwiderstand
- Geschmeidige Karkasse gibt viel Feedback
Contra
- Nur eine Größe verfügbar
Text & Bilder: Sven Schebaum
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