Garmin-Halterungen gehören zu den unscheinbaren Komponenten am Mountainbike, bis es zum Sturz kommt. Klassische Lenker- oder Vorbaumounts positionieren den Bikecomputer weit vorne am Cockpit. Genau dort, wo bei einem Crash hohe Kräfte wirken, ragt der Computer als einer der ersten Kontaktpunkte ins Risiko.
Mit dem Flexbase Mount von FEUA beziehungsweise FeuerCycling gibt es eine alternative Lösung: eine geklebte Garmin-Halterung für das Oberrohr, die den Computer aus der Gefahrenzone nimmt und gleichzeitig für ein aufgeräumtes Cockpit sorgt. Wir haben das System im Trail-Alltag getestet.
Spezifikationen des FEUA Mount
- Maße der Halterungen: 48 x 32 x 10 mm (LxBxH)
- Maße der Spezialfolie: 6,7 x 4,7 x 0,24 mm
- Aufbauhöhe: 6,8 mm (Fahrradcomputer relativ zum Rahmen)
- Gewicht: 8 Gramm
- Material: TPU , Kunststoff, M3-Schrauben, 3M VHB Klebepad
- mehr Informationen auf der FEUA Seite
Eindruck
Beim ersten Kontakt fällt auf, wie minimalistisch das Konzept umgesetzt ist. Der Flexbase Mount wirkt nicht wie ein Zubehörteil aus dem Baumarkt, sondern wie eine durchdachte Systemlösung. Der Halter besteht aus einem robusten, glasfaserverstärkten Kunststoffkörper mit integrierter Garmin-Vierteldrehaufnahme. Die Unterseite ist flexibel ausgeführt, sodass sie sich unterschiedlichen Oberrohrformen anpassen kann. Das funktioniert sowohl bei klassischen runden Aluminiumrahmen als auch bei modernen, breiten Carbon-Oberrohren.
Technisch betrachtet handelt es sich um eine Klebelösung auf Basis eines industriellen 3M-Hochleistungsklebers. Das Besondere dabei ist die mitgelieferte Rahmenschutzfolie. Der Mount wird nicht direkt auf den Lack geklebt, sondern auf diese transparente Schutzschicht. Das schützt empfindliche Oberflächen und ermöglicht im Fall einer Demontage ein rückstandsarmes Entfernen. Im Lieferumfang befinden sich zudem Alkoholtupfer zur gründlichen Entfettung sowie ein zusätzliches trockenes Reinigungstuch. Diese Details zeigen, dass sich der Hersteller mit dem Thema Klebeverbindung ernsthaft auseinandergesetzt hat.
Das Gewicht liegt im Bereich von etwa zwanzig bis fünfundzwanzig Gramm und fällt damit im Gesamtsetup kaum ins Gewicht. Die Kompatibilität beschränkt sich bewusst auf das Garmin-Vierteldreh-System, was für die meisten sportlich orientierten Fahrer jedoch kein Nachteil sein dürfte.
Auf dem Trail
Auf dem Trail wird schnell klar, warum das Konzept Sinn ergibt. Der Garmin sitzt zentral auf dem Oberrohr und ist dennoch gut ablesbar. Die Blickbewegung ist minimal, besonders in leicht vorgebeugter Trail- oder Enduro-Position. Gleichzeitig bleibt das Cockpit frei von zusätzlichen Haltern, was gerade bei Bikes mit Remote-Hebel, Dropper-Trigger und breiten Lenkern für mehr Übersicht sorgt.
In ruppigen Passagen zeigt sich die Stärke der Positionierung. Während Lenker-Mounts bei harten Schlägen und Wurzelfeldern teilweise sichtbar vibrieren, bleibt der Flexbase Mount erstaunlich ruhig. Die direkte Anbindung am Rahmen reduziert Mikrobewegungen deutlich. Auch bei schnellen Abfahrten und verblockten Sektionen gab es keine Auffälligkeiten in Form von Spiel oder Geräuschen.
Der größte Vorteil offenbart sich jedoch im Sturzszenario. Bei einem seitlichen Wegrutscher blieb der Computer unbeschädigt, weil er nicht exponiert vor dem Lenker montiert war. Genau hier unterscheidet sich das System von klassischen Outfront-Haltern, die im Ernstfall als erstes Bodenkontakt bekommen.
Ein kleiner Nachteil zeigt sich abhängig von Fahrstil und Körperbau. In engen Kurven oder bei aktiver Gewichtsverlagerung kann es vorkommen, dass das Knie seitlich an den Computer stößt. Das ist kein gravierendes Problem, sollte jedoch bei der Positionierung berücksichtigt werden.
Fazit zum FEUA Mount
Der FEUA Flexbase Mount ist eine unscheinbare, aber technisch sinnvolle Lösung für ambitionierte Mountainbiker. Er schützt den Garmin-Computer effektiv vor Sturzschäden, sorgt für ein aufgeräumtes Cockpit und funktioniert im harten Trail-Einsatz zuverlässig. Die Klebelösung wirkt durchdacht und praxisgerecht umgesetzt. Wer bereit ist, bei der Montage sorgfältig zu arbeiten und auf eine nachträgliche Verstellbarkeit verzichten kann, erhält ein funktionales Upgrade mit echtem Mehrwert.
Gerade für sportlich orientierte Fahrer, Racer und Vielfahrer, die ihr Material regelmäßig an die Belastungsgrenze bringen, ist der Flexbase Mount eine clevere Alternative zum klassischen Lenkerhalter. Kein übertriebenes Hightech, sondern eine pragmatische Lösung, die genau dort ansetzt, wo es im Gelände wirklich zählt.
Pro’s & Con’s
Pro
- Günstig
- viele Austauschparts
Contra
Text & Bilder: Sven Schebaum
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Transparenzhinweis: Im Zuge des Tests wurde uns vom Hersteller ein Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr dazu.



