Vor etwa 15 Jahren begann Specialized mit der Entwicklung des „Enduro“. Von Modell zu Modell wurde es perfekter. Jetzt – 2015 –während das Enduro Fieber immer größere Wellen schlägt – spielt Specialized mit dem Enduro groß auf. In den letzten 12 Monaten gab es ausreichende Möglichkeiten dem 2014er Enduro auf den Zahn zu fühlen.

Es war die letzte Modellreihe die in den Laufradgrößen 29 Zoll und 26 Zoll gefertigt wurde. Zudem gab es die bekannten Abstufungen zwischen Enduro, Evo, Comp, Expert und der Race Variante S-Works. Mit dem 29er Enduro ist Specialized allerdings der große Wurf gelungen. Sowohl von der Ausstattung als auch vom Handling bergauf und bergab.

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Es war nicht leicht, ein geeignetes Bike zu finden. Den Winter 2013 verbrachte ich damit, mich durch Anbauteil-Listen und Geometriedaten zu kämpfen. Welches Bike ist das richtige? Die Auswahl war so unendlich groß. Namen wie Liteville 601, Norco Range oder Trek Remedy standen zur Auswahl. Nur durch Zufall richtete sich das Augenmerk auf das Specialized Enduro. Nachdem ich die Expert Version probegefahren bin stand jedoch fest. Es muss ein Specialized sein!

Erster Eindruck des Specialized Enduro Comp

Die größte Ausbaustufe der Alu Version sollte es also werden. Mit 2999,-€  sicher kein Schnäppchen. Jedoch schon auf der ersten Probefahrt beim Händler merkte man, dass das Geld gut investiert ist. Die Ausstattung lässt nicht zu wünschen übrig. Vom Design und der Geometrie ein Hingucker. Neben der Ausstattung war aber auch die Verarbeitung absolute Spitzenklasse. Saubere Schweißnähte, kluge Kabelführung sind nur einige Dinge die man nennen könnte. Einziger Minuspunkt zu diesem Zeitpunkt die Formula C1 Bremsen und die nicht vorhandene Rock Shox Reverb.

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Ausstattung

Zum Qualitätsmerkmal „Volle Hütte“ fehlt nur wenig. Die Minuspunkte sind, wie schon angesprochen, die Reverb und die Bremsen. Auf der Habenseite punktete das Specialized Enduro allerdings mit der Rock Shox Pike, dem FOX CTD Dämpfer mit Autosag, den x9 Komponenten und der unglaublich agilen Geometrie, die zu keiner Zeit das Gefühl aufkommen lassen dass man ein 29er fährt. Dies ist den, für einen 29er, extrem kurzen Kettenstreben geschuldet.

Auf dem Trail

Nach nunmehr 365 Tagen auf dem Specialized Enduro wird eins deutlich klar. Es ist die sagenumwobene eierlegende Wollmilchsau. Bergauf, dank der Geometrie, des 29er LRS und der grandiosen Plattform des CTD Dämpfers von Fox eine Bank. Während es bergab wendig und verspielt ist. Und auch hier punktet der 29er LRS. Über Wurzelpassagen auf dem Singletrail oder Bremswellen im Bikepark gleitet es förmlich hinweg. Rock Shox Pike und Fox CTD erledigen den Rest.

Trotzdem gab es an einigen Stellen noch Optimierungsbedarf um das volle Potential des Bikes zu entfesseln. Jedoch steht an erster Stelle immer die eigene Fitness. Das beste und leichteste Carbon Bike bringt nichts ohne „Saft“ in den Beinen.

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Shuttle hin, Lift her – der wahre Endurist strampelt aus eigener Kraft empor. Und das gelingt auf dem Enduro 29 problemlos, ja richtig flott. Der steile Sitzwinkel rückt den Fahrer in optimale Tretposition, das Heck agiert sehr antriebsneutral, der etwas (zu) lange 75-Millimeter-Vorbau sorgt für Druck auf dem Vorderrad, das in Folge selbst in steilsten Passagen brav am Boden bleibt.

Aber nach nunmehr 365 Tagen des Testens kann ich getrost sagen. Das ist es! Die Bergaufperformance ist für ein Enduro mit etwas mehr als  14kg in Ordnung. Richtig spassig wird es dann bergab. Zwar ist es weniger wendig als ein 27,5er oder 26er aber durch die großen Laufräder bekommt man viel Ruhe und Sicherheit auf den Trail.

Veränderungen

Die Liste der nachträglichen Veränderungen, sei es optischer aber auch technischer Natur, ist gar nicht so kurz geraten wie man eigentlich denken mag.

Sattel & Sattelstütze

Für ein Enduro muss defintiv eine hydraulische Sattelstütze her. Da ich mich mit Command Post von Specialized nicht so wirklich anfreunden konnte wurde es die Rock Shox Reverb Stealth. Zudem wurde der Specialized Henge Comp gegen einen härteren und schmaleren Sattel getauscht. Da ich, oder besser gesagt mein Hintern, nicht mit dem Specialized zurecht kamen.

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Bremsen

Ich bin die, von Werk aus gelieferte Formula nie gefahren. Durch vorherige Recherche wurde direkt am ersten Tag die Formula C1 gegen die Avid X0 Trail WC getauscht. Zum einen war hier der Wunsch eine 4-Kolbenbremse zu haben, zum anderen wollte ich mein Cockpit möglichst aufgeräumt haben. Um nicht x-Verschiedene Schellen am Lenker zu befestigen entschied ich mich für das SRAM Matchmaker System. Da die Schalttrigger ab Werk von SRAM waren war es der, meiner Meinung nach, logischste Schritt.

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Cockpit

Nach einer Saison mit diversen Stürzen waren dann im November letzten Jahres auch die Griffe hinüber und wurden gegen neue getauscht. Nicht dass die Specialized SipGrips schlecht waren. Es war einfach die Neugierde etwas neues auszuprobieren. So wurde nach dem letzten ungewollten Bodenkontakt der SipGrip gegen den Ergon GA1 getauscht Der 740 Flatbar wurde allerdings schon nach einem Monat gegen den Chromag OSX Riser ausgetauscht.

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Der zudem durch die Breite aber auch durch den Rise überzeugte und ein angenehmeneres Fahren ermöglichte. Zum Ende der Saison wich dann letztendlich der 75mm Specialized Vorbau einem Truvativ Holzfeller mit 45mm. Leider stellt sich an diesem Punkt die Frage warum Specialized serienmäßig die S-Works Variante mit kurzem Vorbau, aber die Comp Variante mit langem Vorbau ausstattet?

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Antrieb

Die wohl größte Veränderung am Rad. Statt des 2×10 Antriebs gibt es jetzt einen 1×10 Antrieb. So wichen Kettenblätter, Kette und Kassette dem neuen Antrieb mit Race Face Kettenblatt, Sram PG1070 (vorher 1030) und einer Connex Kette. Dazu gab es noch von One UP Components das 42T Ritzel.

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Durch die Taco Blade ließ sich der Umwerfer Problemlos entfernen, so dass man, trotz Umrüstung, ein sauberes und aufgeräumtes Bike hat.

Reifen

Nachdem ich von dem Butcher nicht 100% überzeugt war wich das ganze Reifensetup dem Schwalbe Hans Dampf. Nachdem ich einige mal die Kontrolle verlor wurde auf der Front der HansDampf gegen die Magic Mary getauscht. In diesem Zuge wurde das komplette Setup auf Tubeless umgestellt.

Schwalbe Magic Mary

Fazit

Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, dass man nochmal viel in das Bike investieren müsste, oder dass ich unzufrieden mit der Ausstattung gewesen sei, dem sei versichert. NEIN! Vom ersten Tag an war das Bike für den ambitionierten Hobbyfahrer absolut Race Ready. Aber Egal was man im Endeffekt dazu kauft, umbaut oder entfernt. Das wichtigste ist die Rahmengeometrie. Und in diesem Punkt bin ich mit dem Specialized Enduro mehr als zufrieden. Obwohl ich, rückblickend betrachtet, doch lieber einen XL Rahmen anstatt eines L Rahmens fahren würde.

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