Onza IBEX im Test – Wunderbar wandelbar

Der schweizer Reifenspezialist Onza hat mit dem Alpensteinbock (lateinisch Capra IBEX) einen wirklich passenden Namensgeber für den Onza Ibex gefunden. Egal ob über Stock oder Stein, einem echten Alpensteinbock kann man eigentlich so schnell nichts anhaben. Aus diesem Grund haben wir den IBEX 65a/55a FRC eine Saison lang auf den Zahn gefühlt. 

Auch wenn es nicht jedermanns Fall ist, griffen wir optisch zur wohl auffälligsten Variante eine Reifen. Und auch wenn die 80ger Jahre schon einige Zeit her sind, finden die 20 Gramm leichteren Skinwall bei vielen Bikern anklang. Ein Grund mehr also etwas experimentierfreudiger zu sein als bei schnödem Schwarz zu bleiben.

Eckdaten des Onza Ibex FRC

  • Verfügbare Laufradgrößen: 27,5 / 29
  • Reifenbreiten: 2,4“ / 2,2 “
  • Karkasse: FRC 60TPI
  • Gummimischung: RC² 55a/65a
  • Tubelessready: Ja
  • Gewicht: 870 Gramm

Erster Eindruck des Onza Ibex FRC

Retro Feeling Pur! Optisch hält der Onza Ibex was er verspricht. Es ist einfach mal etwas anderes als schnödes Schwarz. Gerade wenn das Bike schwarz ist, wie bei unserem Testbike dem Yeti SB6, setzen sich die Skinnwallreifen schicke Retro Akzente.

Den Onza IBEX gibt es, seit seinem Release im Jahr 2013, in zahlreichen Varianten. Neben den gängigen Reifengrößen von 27,5 und 29“ wird der IBEX noch immer als klassischer 26er gefertigt. Dazu gibt es den IBEX in Reifenbreiten von 2,2“ und 2,4“.

In unserem Test haben wir den 2,4er Onza IBEX in der Freeride Karkasse mit einer Fadenzahl von 60 TPI.

Auf der Lauffläche des Onza IBEX finden sich paarweise gesetzte Querblöcke. Hinzu kommen massive Seitenstollen die das Gesamtbild des Onza IBEX abrunden. Hinsichtlich des Rollwiderstandes sind dies schon einmal gute Eigenschaften. Ergänzend dazu haben die Profilblöcke genug Abstand voneinander, so dass ein wirklich guter Kompromiss zwischen Rollwiederstand und Traktion gefunden wurde.

Bei der Produktbezeichnung mag man anfangs an einen Verschlüsselten Code denken. Hierbei handelt es sich jedoch um die verschiedenen Gummimischungen aus denen der Reifen aufgebaut ist. Die Basis setzt der leicht rollende und harte 65a Compound. Die Seitenstollen und Lauffläche sind aus dem weicheren 55a Compound gefertigt und sind daher optimal auf Grip und Dämpfung ausgelegt. In der Theorie schon einmal beste voraussetzungen für einen modernen Enduro Pneu der sich sowohl bei Touren, Racing und auf den verschiedensten Untergründen beweisen muss.

Tubeless? Aber sicher! Zwar hat der Schlauch an sich noch immer seine Daseinsberechtigung als Notbehelf auf Touren, jedoch ist das Tubelessfahren (in meinem Fall) nicht mehr wegzudenken. In unserem Setup sind wir mit der Syntace W35mx Felge, Tune Felgenband, Tune Dichtmilch und schwarzen NoName Ventilen an den Start gegangen.

Bei der Montage gab es keinerlei Probleme. Ganz im Gegensatz, ging die Montage spielend leicht von der Hand. Der Reifen sprang direkt beim ersten Mal ins Felgenhorn und ausser der Standpumpe brauchten wir keinerlei Hilfe von einem Kompressor. Mit etwa 80ml Milch (pro Reifen) waren wir die ganze Saison unterwegs.

Trailcheck Onza IBEX FRC

Über eine Saison lang musste der Onza Ibex alles mitmachen. Der verregnete Sommer ließ es nur selten zu auf knochentrocken Trails zu eskalieren. Stattdessen musste er nur zu oft seine Fähigkeiten auf nassem Boden präsentieren.

Vom verregnetem Saisonauftakt bei der Enduro DM in Willingen bis hin zum immer-nassen Rabenberg gab es nicht viele Sonnenminuten.

Nachdem der Erstcheck mit dem Onza IBEX eher mäßig bis unzufrieden ausfiel machte sich etwas ettäuschung breit. Hoch waren die Erwartungen an den kleinen Bruder von Aaron Gwins Wordcup Reifen. Wir starteten, wie bei allen unseren Tubeless Tests, mit 1,8 Bar an der Front und 2,0 Bar am Heck. Beim ersten Ausritt verlor das Vorderrad in einer schnellen offenen Kurve den Grip so das Rad und Fahrer unsanft die ersten Bodenprobe des Jahres nahmen.

Nach einigen Anpassungen des Reifendrucks wurde das Fahrverhalten des Onza IBEX jedoch immer besser. Letzten Endes landete ich zwischen 1,6 und 1,7 Bar an der Front und 1,9bar am Heck.

Mit diesen Settings ging es dann auch auf die heimischen Trails. Der Onza IBEX hat dahingehend allerdings diverse Talente die man auf den ersten Blick nicht wirklich sieht. Fährt man ihn im Low-Pressure Bereich von 1,6-1,8 Bar frisst sich der Reifen quasi in Untergründe aller Art. Während er bei trockenen und natürlichen Böden ungefähr 120% der Performance eines Fat Alberts an der Front hat muss man Eingeständnisse bei nassen und verdichteten Böden machen. Trotz der massiven Seitenstollen mit den zusätzlichen Finnen hat er Probleme genug Grip zu generieren.

Wenn jedoch eine tretlastigere Tour ansteht werden manche Reifen, die sehr gute Traileigenschaften vorweisen, zu einem echten Hindernis. Sie kleben förmlich auf dem Untergrund. Eine echte Tagestour mit 70+ Kilometern wird damit zu einem Akt. Passt man hingegen beim Ibex den Reifendruck an, kann aus dem Onza IBEX fast ein Crosscountry Reifen werden. Trotz der weicheren 55a Oberschicht bietet der Onza IBEX wirklich gute Rolleingenschaften.

Fazit Onza Ibex

Eines muss man den Entwicklern bei Onza lassen: In Puncto Haltbarkeit kann man dem IBEX nichts vormachen. Nach einigen Racedays, Bikepark-Besuchen und Touren sieht man dem Ibex nicht an, dass er nicht mehr der jüngste ist. Optisch merkt man nur, dass die Skinwalls sich etwas verfärben. Als sie noch neu waren, ähneltem Sie eher einem beigeton. Über die Zeit hat sich dies verändert. Aber ganz ehrlich? Who cares?

Auf dem Trail ist der Onza IBEX einfach wunderbar wandelbar. Der ideale Reifen für den Jedermann-Fahrer. Wer also auf der Suche nach einem Allrounder ist, wird mit dem Ibex mehr als zufrieden sein, man wird ihn lieben!

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