Mit dem Crankbrothers Stamp Evo schiebt der Hersteller sein Flatpedal in die Länge. Rund 20 % mehr Plattform als beim Stamp 7, dazu austauschbare Bashguards und mehr Concavity. Wir haben uns die Größe Large angeschaut und klären, ob mehr Pedal auch mehr Fahrspaß bedeutet.
Als wir 2016 den ersten Stamp getestet haben, war das ein kleiner Knaller: flach, leicht, richtig viel Grip und endlich Lager, die nicht nach einer Saison den Geist aufgeben. Danach hat sich am Konzept lange nichts getan. Mit dem Crankbrothers Stamp Evo verabschiedet sich Crankbrothers jetzt vom quadratischen Grundriss. Der Plattform-Trend ist damit auch bei einem der meistgefahrenen Flatpedale angekommen.
Inhalt
Spezifikationen
- Modell: Crankbrothers Stamp Evo (Small / Large)
- Plattform:
- Small 103 x 117 mm
- Large 114 x 133 mm
- Empfohlene Schuhgröße:
- Small EU 37–43,5 (US 5–10)
- Large EU 43,5–49 (US 10–15)
- Profilhöhe: 11 mm über der Achse, bis 15,5 mm an Vorder- und Hinterkante
- Seite Pins: 13 verstellbare Pins pro Seite (Pinlängen 8 mm, 10 mm, 23 mm)
- Material: geschmiedetes Aluminium 6061-T6, Bashguards aus faserverstärktem Nylon-Verbundstoff
- Gewicht: Large 462 g pro Paar
- Farben: Silber, Schwarz Preis: 199,99 €
Erster Eindruck Crankbrothers Stamp Evo
Schon beim Auspacken merkt man: Das ist kein Quadrat mehr. Das Stamp Evo ist ein Rechteck, das sich in Fußrichtung streckt, und die Large-Version mit 133 mm Länge ist ein ordentlicher Brocken. Zum Vergleich: Das klassische Stamp in Large kommt auf 111 x 114 mm. Das Evo legt also rund 19 mm in der Länge zu, in der Breite aber nur etwa 3 mm. Das ist der Trick: mehr Auflage unterm Schuh, ohne dass das Pedal seitlich gleich überall hängen bleibt.
Wenn wir an unseren Test des Ur-Stamp zurückdenken: Die kleine Version mit 100 x 100 mm und zehn Pins pro Seite wog damals nur 375 g. Das Evo in Large bringt 462 g auf die Waage. Das ist der Preis für die größere Plattform, die zusätzlichen Pins und die Bashguards. Teurer ist es auch geworden: Aus „knapp 150 €“ von damals sind jetzt 199,99 € geworden. Immerhin gibt es weiterhin fünf Jahre Garantie.
Dünn bleibt das Pedal trotzdem. In der Mitte misst es nur 11 mm, vorne und hinten steigt es auf 15,5 mm an. Das ist etwas mehr als beim normalen Stamp (13 mm), sorgt aber für die stärkere Mulde, in die der Fuß ein Stück tiefer sinkt.
Neu sind die Bashguards: Kappen aus faserverstärktem Nylon, die außen am Pedal sitzen und von den langen 23-mm-Pins gehalten werden. Sie sollen Steinschläge abfangen und dafür sorgen, dass das Pedal nicht an Kanten hängen bleibt. Ein zweites Paar und Ersatzpins liegen gleich mit in der Box.
Die 13 Pins pro Seite sind Madenschrauben, die sich mit einem Inbusschlüssel in der Höhe verstellen lassen. Crankbrothers bietet Pin-Kits mit 8 und 10 mm an, die 23-mm-Pins für die Bashguards gibt es im Bashguard-Kit. Neue Bashguards kosten 14,99 € und kommen in Blau, Lila, Dunkelgrau und Schwarz, ein Pin-Kit (8 mm) kostet 11,99 €.
Auch die Wartung ist entspannt. Über einen Fettport am Pedalkörper kannst du frisches Fett nachgeben. Crankbrothers empfiehlt etwa alle 50 bis 75 Stunden eine Reinigung mit neuem Fett. Für den großen Service gibt es ein Refresh Kit mit neuen Lagern und Dichtungen. Dazu brauchst du einen 2,5-mm-Inbus, einen Schlitzschraubendreher und ein ordentliches Fahrradfett.
Auf dem Trail mit den Crankbrothers Stamp Evo
Der Vorteil der Plattform ist sofort spürbar: Wenn es ruppig wird und der Fuß abrutscht, ist er auf dem Crankbrothers Stamp Evo schneller wieder da, wo er hingehört. Der Schuh liegt von Ballen bis Ferse sauber auf, bergab fühlt sich das schön satt an, und auch beim Pumpen und Kurbeln bergauf merkt man die Auflagefläche. In der Wedge-Position (vorne Ferse runter, hinten Zehen runter) hat man jede Menge Fläche, um das Bike zu schieben und zu ziehen.
Beim Grip sind sich die Tester nicht ganz einig. Die Mehrheit findet das Pedal richtig griffig, vor allem wegen der großen Fläche und der weit auseinander stehenden Pins. Andere vermissen etwas Biss im Vergleich zu Pedalen mit aggressiveren Pins. Unser Tipp: Spiel mit der Pinhöhe. Gerade bei Matsch und Nässe lohnt es sich, die Pins höher zu stellen, denn durch die große Fläche verteilt sich das Gewicht auf mehr Pins, und jeder einzelne drückt weniger.
Die Kehrseite der Größe: Ein 133 mm langes und 114 mm breites Pedal setzt öfter auf. Mehrere Tester berichten von Steinkontakten an Stellen, wo ein Clickpedal oder ein schmaleres Flatpedal nie etwas berührt hätte, vor allem in tiefen Spurrillen und im Steilen. Genau dafür sind die Bashguards da, und die machen ihren Job. Bei den Kollegen von Bikerumor sahen die Pedale nach Wochen auf felsigem Terrain noch fast wie neu aus. Hilfreich ist auch, dass das Pedal durch die igus-Lager ganz nah an die Kurbel rückt und dadurch schmaler baut, als man bei der Plattform erwarten würde.
Dann ist da noch die Größenwahl. Wer zwischen den Größen liegt, sollte gut überlegen: Ein Tester mit US 12 wäre im Rückblick lieber Small gefahren. Auf Large kann sich das Pedal an manchen Stellen fast zu groß anfühlen, der Fuß wandert, und man sucht ab und zu die richtige Position. Ein Tester mit EU 45 sah das ähnlich. Fahrer mit US 13 bis 14 sind mit der Large dagegen meist rundum glücklich. Die Small ist übrigens mit 117 mm noch länger als das alte Stamp in Large (114 mm), aber schmaler (103 statt 111 mm) und damit die bessere Wahl, wenn du viel in engen Spurrillen unterwegs bist.
Ein kleiner Wermutstropfen: Die Bashguards können leicht klappern, wenn der Fuß sie nicht belastet. Das ist kein Drama, aber man hört es.
Fazit zu den STAMP Eco
Das Crankbrothers Stamp Evo ist nichts für jeden, aber für die richtige Zielgruppe richtig gut. Wer große Füße hat, eine stabile Plattform mag und im Enduro- oder Downhill-Einsatz mehr Halt unterm Schuh will, bekommt mit dem Evo in Large vermutlich eines der ausgereiftesten Pedale seiner Klasse: dünn gebaut, robust, mit austauschbaren Bashguards und einfacher Wartung. Wer zwischen S und L schwankt oder viel in engen Rillen fährt, ist mit der Small besser bedient.
Gegenüber dem Ur-Stamp ist die Idee dieselbe geblieben, aber das Pedal ist erwachsener geworden: mehr Fläche, mehr Mulde, mehr Schutz. Dafür wiegt es mehr und kostet mehr. 199,99 € sind für ein Paar Pedale eine Menge Holz. Aber fünf Jahre Garantie, ein gut wartbares Innenleben und 30 Tage Rückgaberecht direkt beim Hersteller machen das ein Stück weit wett.
Pro’s & Con’s
Pro
- Große, stabile Plattform mit viel Fußunterstützung
- Dünnes Profil (11 bis 15,5 mm) mit tieferer Mulde
- Austauschbare Bashguards, Ersatzpaar und Ersatzpins im Lieferumfang
- Zwei Größen für passende Schuhgrößen
- Einfache Wartung mit Fettport und Refresh Kit
- 5 Jahre Garantie, kein Fahrergewichtslimit
Contra
- Large setzt häufiger auf als kleinere Pedale
- Mit 462 g deutlich schwerer als der Ur-Stamp
- Größenwahl zwischen Small und Large nicht ganz einfach
- Bashguards können leicht klappern
- 199,99 € ist ein stolzer Preis
Text & Bilder: Sven Schebaum
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Transparenzhinweis: Im Zuge des Tests wurde uns vom Hersteller ein Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr dazu.









